Dorffest am 16.08.2015 - Rhein-Neckar-Zeitung

 Die alten Traktoren beeindruckten – Trotz Dauerregens herrschte beim Dorffest gute Stimmung

Neckarsteinach-Darsberg. (iz) Wenn der Nieselregen auch nicht gerade das ideale Wetter zum Feiern war, beim traditionellen Darsberger Dorffest ließ man sich davon überhaupt nicht beeindrucken. Schon beim morgendlichen Festgottesdienst unter Zeltdächern hatte Pfarrer Norbert Feick seine Predigt unter das Motto „Lass die Sonne in unser Herz“ gestellt.

Und auch am Nachmittag zeigten voll besetzte Sitzreihen „die Solidarität der Darsberger Bürger mit unserem Dorfleben“, wie Ortsvorsteher Ralf Edelmann gut gelaunt feststellte. Bei der Eröffnung dankte er deshalb allen Besuchern – darunter etliche auch aus der Kernstadt und der Umgebung – für ihre Treue. Ebenso allen Helfern hinter den Kulissen, die bei den Vorbereitungen, beim Aufbau, mit Kuchenspenden und vielem mehr zum Gelingen des Festes beigetragen hatten.

In Vertretung von Bürgermeister Pfeifer, der im Urlaub ist, zeigte sich der Erste Stadtrat Wolfgang Sponer erfreut darüber, „was ehrenamtliches Engagement leisten kann, um unser Leben zu bereichern“. Und schließlich war es Vierburgenkönigin Sophia, die mit launigen Worten das Dorffest eröffnete.

Sie war zuvor standesgemäß mit dem Elektroauto Tesla zu Hause abgeholt worden, eine Luxuskarosse im Wert von schlappen 100.000 Euro und mit mehr als 400 PS. Durch gute Beziehungen konnte dieses Fahrzeug für diesen Tag nach Darsberg geholt werden und bildete den Kontrast zu einer umfangreichen Traktoren-Ausstellung unter dem Motto „Mobilität gestern und heute“. Gut 20 Traktoren, die meisten davon wirklich aus Darsberg, wo es heute noch einen Bauernhof gibt, bildeten eine beeindruckende Schau vom früheren bäuerlichen Leben. Der älteste Traktor stammte aus dem Jahr 1938. Heiß begehrt waren Probefahrten mit dem Tesla, der nahezu geräuschlos in drei Sekunden auf 110 Stundenkilometer beschleunigen kann.

Kulturbeflissene Besucher ließen sich von Joachim Engel in der alten Kapelle den wunderschönen Marienaltar aus dem 15. Jahrhundert erklären und für die kleinen Besucher lagen Pappe, Malstifte und Kleber bereit, um damit „das Dorf der Zukunft“ zu bauen. Für das leibliche Wohl war bestens gesorgt und genügend Zeit zum Schwätzen war auch vorhanden. Später gab es Musik und Rhythmus pur von Carlo und seinen Freunden. Dar in Darsberg lebende Haitianer hat den Rhythmus im Blut und zauberte mit Reggae- und Swingweisen so etwas wie karibisches Flair in den Nieselregen, der sich auch nicht durch den Evergreen „Summertime“ stoppen ließ. Der guten Stimmung beim Dorffest tat das aber keinen Abbruch.

Elisabeth Hinz

(Veröffentlicht in der Rhein-Neckar-Zeitung, Jahrgang 71, Ausgabe 189 vom 18. August 2015)

Traktorschau

Gut 20 Traktoren, die meisten davon aus Darsberg, bildeten eine beindruckende Kulisse. Darunter auch ein alter Lanz D8506-Traktor aus dem Jahre 1938. (Bild: Wolfgang Schlund)