Dorffest am 17.08.2014 - Bericht Rhein-Neckar-Zeitung

Für Sonnenschutz wurde karibisch gefeiert – Bei seinem Dorffest bot der Stadtteil alle Trümpfe auf

Neckarsteinach-Darsberg. (kaz) Das gab es noch nie: Reggae-Klänge beim Dorffest in Darsberg. Carlo aus Jamaika, der seit einiger Zeit in dem Stadtteil von Neckarsteinach wohnt, sorgte zusammen mit zwei Freunden für karibische Musik. In dem Ort mit rund 520 Einwohnern bleiben „Neuzugezogene" nicht lange anonym und werden in die Dorfgemeinschaft integriert.

Die Interessengemeinschaft, die sich vor einigen Jahren im Rahmen der „Dorferneuerung" gründete, kümmert sich auch um Veranstaltungen. Der Erlös aus dem Dorffest fließt laut Ortsvorsteher Ralf Edelmann in die Gemeinschaftskasse. So soll für Aktivitäten auf dem Platz zwischen dem Dorfgemeinschaftshaus und der Kapelle aus dem 15. Jahrhundert ein Sonnenschutz angeschafft werden. Gedacht ist an Schirme, die sich im Boden verankern lassen. „Nach diesem Fest dürfte das Geld dafür reichen", so der Ortsvorsteher.

Beim Dorffest sind die Rollen klar verteilt: Mitglieder des Sportvereins sorgen für das Mittagessen, die Freiwillige Feuerwehr kümmert sich um die Getränke und die evangelische und die neuapostolische Kirchengemeinde um das Kuchenbuffet.

Zum zweiten Mal begann das Dorffest mit einem Gottesdienst unter freiem Himmel, gestaltet von Pfarrer Norbert Feick. „Geh aus mein Herz und suche Freud in dieser schönen Sommerzeit" lauteten die ersten Zeilen eines gemeinsam gesungenen Kirchenliedes. Als Gemeindepädagogin ist Renate Feick in Darsberg tätig. Beim Dorffest leitete sie Kinder beim Basteln an. Mit einfachen Mitteln sollte eine Pinnwand entstehen. „Da können die Kleinen ja gleich mal den Termin für den nächsten Kindergottesdienst am 28. September vermerken", sagte sie.

Eine Führung in der Kapelle bot Achim Engel an. Außer für Gottesdienste, die dort nur alle paar Wochen stattfinden, ist das sehenswerte historische Gebäude mit spätgotischem Flügelaltar nur selten geöffnet. Das nächste Mal am „Tag des Offenen Denkmals" am 14. September mit Führung um 13 Uhr.

Alle zwei Jahre organisiert Gerda Emmerich zum Dorffest eine kleine Tombola. Dieses Mal hatte sie 250 Preise parat und nur 50 Nieten im Topf, wie sie verriet. Schätze aus dem Schoß von Mutter Erde waren am Stand von Friedrich Georg Ritter zu bewundern, der sich selbst „Steinefritz" nennt und in Neckarsteinach ein kleines Atelier hat. Der Rentner sammelt Steine, manche bearbeitet er und stellt auch Schmuck her. Heilsteine sind für ihn ebenfalls ein Thema.

Beim Dorffest bekam Darsberg außerdem Besuch von Bürgermeister Herold Pfeifer sowie Vierburgenprinzessin Kathrin samt Burgfräulein Sophia.

Karin Katzenberger-Ruf

(Veröffentlicht in der Rhein-Neckar-Zeitung, Jahrgang 70, Ausgabe 190 vom 19. August 2014; Bilder: Karin Katzenberger-Ruf)

Dorffest 2014-Carlo und Band

Von Jamaika nach Darsberg: Carlo (r.) und seine Freunde spielten Reggae-Lieder

Dorffest 2014

Das Dorffest wollte sich kaum ein Darsberger entgehen lassen