Einweihung Baumurnenfeld 2016 - Rhein-Neckar-Zeitung

Steinerne Taube krönt die Stele als Symbol der Hoffnung – Baumfeld für Urnenbestattungen eingeweiht – Platz für bis zu 110 Urnen

Neckarsteinach-Darsberg. (iz) „Jedes Leben ist einmalig, ein Grab ist ein Denkmal in Würde – für den Menschen und das Leben.“ Unter dieses Motto stellte Ralf Edelmann, langjähriger ehemaliger Ortsvorsteher des Ortsteils Darsberg, seine Rede zur Einweihung des neuen Baumfeldes für Urnenbestattungen. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger waren in die Friedhofskapelle gekommen, um an der würdevollen Feier für die neue Bestattungsmöglichkeit teilzunehmen. Musikalisch umrahmt wurde das Geschehen vom Darsberger Projektchor, und Bürgermeister Herold Pfeifer konnte dazu auch viele Vertreter der städtischen Gremien begrüßen.

„In der allgemeinen Trauer- und Bestattungskultur hat sich ein tief greifender Wandel vollzogen“, erläuterte das Stadtoberhaupt die Gründe für die Einrichtung dieses Baumfeldes. „Die räumliche Zersplitterung und Auflösung traditioneller Familienverbände, der demografische Wandel und das oft sehr hohe Alter der Hinterbliebenen haben dazu geführt, dass immer mehr nach alternativen und anonymen Bestattungsformen nachgefragt wird.“ Und weil dieser Trend nicht aufgehalten werden könne, gleichzeitig aber die Stadt für die Friedhöfe verantwortlich sei, habe man nun dem Wunsch des Darsberger Ortsbeirats entsprochen und auch hier diese neue Bestattungsform für Urnen eingerichtet. In Neckarsteinach-Mitte ist so ein Friedhain ebenfalls in der Planung.

Ralf Edelmann erklärte – auch mit Hilfe einer Fotoschau – die Gestaltung des Baumfeldes: Es besteht aus einem Grünsteifen am Rande des Friedhofs, auf dem bereits im Jahre 2006 drei Linden – als Sinnbild für die Dreifaltigkeit – gepflanzt wurden. Der Streifen ist in zwei Grabfelder aufgeteilt, die Platz für bis zu 110 Urnen bieten; zwischen ihnen steht eine große Sandsteinstele, die Namenstafeln für die Verstorbenen aufnehmen kann. Die vom Steinmetzbetrieb Rolke hergestellte Stele wird gekrönt von einer in den Stein gemeißelten Taube als Ausdruck der Hoffnung und des Friedens unter den Menschen. Für trauernde Angehörige bietet eine Sitzbank Platz für ein stilles Gedenken. Durch günstige Umstände konnten die Kosten für das Baumfeld in sehr bescheidenen Rahmen gehalten werden. Es hat gerade einmal 4000 Euro gekostet.

Anschließend begab sich die Festgemeinde von der Kapelle zum direkt daneben liegenden Baumfeld, wo Ortsvorsteher Holger Ludwig mit einer Blumenschale das Feld schmückte. Der katholische Diakon Dieter Klement, der evangelische Pfarrer Norbert Feick und der Vorsitzende der neuapostolischen Gemeinde Heinz-Bernd Gramlich sprachen Gebete und segneten die neuen Grabfelder.

Elisabeth Hinz

(Veröffentlicht in der Rhein-Neckar-Zeitung, Jahrgang 72, Ausgabe 284 vom 7. Dezember 2016)