Eröffnung Baumurnenfeld - Ansprachen Herold Pfeifer und Ralf Edelmann

Ansprachen von Bürgermeister Herold Pfeifer und Ortsvorsteher a.D. Ralf Edelmann anlässlich der Eröffnung Baumfeld zur Urnenbestattung Friedhof Darsberg am 4. Dezember 2016

Bürgermeister Pfeifer (Begrüßung):

„Das Meer der Liebe“, vorgetragen vom Projektchor Darsberg unter der Leitung von Anja Emmerich.

Sehr geehrte Damen und Herren,
verehrte Gäste,

im Namen der Stadt Neckarsteinach und des Ortsbeirates Darsberg darf ich Sie zur Eröffnung des Baumfeldes zur Urnenbestattung auf dem Friedhof in Darsberg herzlich willkommen heißen. Mein herzliches Willkommen gilt auch: Frau Stadtverordnetenvorsteherin Evi Schückler, Herrn Ortsvorsteher Holger Ludwig, allen aktiven und ehemaligen Vertretern der politischen Gremien der Stadt Neckarsteinach und auch der Ortsbeiräte. Willkommen auch: Herrn Pfarrer Norbert Feick, Herrn Diakon Dieter Klement und Herrn Vorsteher Heinz-Bernd Gramlich.

Meine Damen und Herren, in der allgemeinen Trauer- und Bestattungskultur hat sich ein tiefgreifender Wandel vollzogen. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Die räumliche Zersplitterung traditioneller Familienverbände, aber auch die Auswirkungen des demografischen Wandels verstärken diese Entwicklung.

Viele von uns können aufgrund von Krankheit und hohem Alter oder wollen, aus welchen Gründen auch immer, die Grabstätten ihrer Angehörigen nicht mehr selbst pflegen.

Der Wunsch nach alternativen Bestattungsformen ist in den letzten Jahren immer größer geworden. Hieraus entstanden kommerzielle Friedwälder und Ruhehaine, die in kürzester Zeit einen enormen Zulauf erfahren haben.

Hatten wir vor Jahren noch über eine Erweiterung des Friedhofes in Neckarsteinach diskutiert, so ist mittlerweile ein ausreichendes Angebot an freien Grabstätten für alle Bestattungsformen vorhanden.

Da wir diesen Trend nicht aufhalten können, aber gleichzeitig für die Erhaltung der Friedhöfe verantwortlich sind, haben wir bereits mit der Errichtung von Urnenstelen auf dem Friedhof in Neckarhausen ein erstes Zeichen gesetzt. So fand dann die Idee des Ortsbeirates Darsberg, auf dem Darsberger Friedhof ein Baumurnenfeld anzulegen, in den städtischen Gremien auch eine breite Zustimmung.

Gemeinsam mit dem Ortsbeirat Darsberg und besonders mit dessen ehemaligem Ortsvorsteher Ralf Edelmann, dem ich stellvertretend für alle Beteiligten an dieser Stelle danken möchte, wurde das Baumfeld zur Urnenbestattung auf dem Friedhof in Darsberg geschaffen.

Ich bitte nun Herrn Edelmann, uns das Projekt vorzustellen.

 

Ortsvorsteher a.D. Edelmann (Projekterläuterung):

Sehr geehrte Gäste,
verehrte Teilnehmer der heutigen Veranstaltung,

Der Ortsbeirat Darsberg hat sich bereits im Jahre 2011 im Rahmen der Verabschiedung seines Ziel- und Handlungskonzeptes für die anstehende Legislaturperiode mit der Möglichkeit der Etablierung neuer Bestattungsformen auf dem Friedhof Darsberg beschäftigt. Parallel hierzu wurden - und werden aktuell - auf Seiten der Stadt Neckarsteinach Überlegungen hinsichtlich der Schaffung eines Trauerhains auf dem Friedhof Neckarsteinach angestellt. Wann, wenn nicht jetzt, war der Zeitpunkt besser geeignet, um aus Sicht des Ortsbeirates Darsberg gemeinsam mit der Stadt Neckarsteinach eine ganzheitliche, auch die Belange, aber auch Chancen des Friedhof Darsberg einbeziehende Vorgehensweise zu erarbeiten.

Der durch den Ortsbeirat Darsberg unterbreitete Vorschlag zur Umsetzung war, sowohl was die Funktionalität als auch die Anmut betrifft, durch eine Beschränkung auf das Wesentliche gekennzeichnet. Hier in Kurzform die wesentlichen Vorgaben: Als Standort wurde der Grünsteifen entlang des Hauptweges gewählt. Der vorhandene Baumbestand soll in die Gestaltung einbezogen sowie die bestehende Einzäunung zur inneren Abgrenzung in den Bereichen Wasserstelle als auch Abfallentsorgung ergänzt werden. Das Baumfeld selbst besteht aus zwei Grabfeldern und einem zentralen Bereich. Es bietet Platz für die Bestattung von bis zu 110 Urnen. Die zur Aufstellung angedachte Sandsteinstele befindet sich bereits im Eigentum der Stadt Neckarsteinach und bedarf nur der fachgerechten Aufarbeitung. Als Ort des Gedenkens soll eine Ablagemöglichkeit für Blumen geschaffen werden. Die vorgehaltene Sitzgelegenheit bedarf der Erneuerung. Ihr Aufstellungsort soll neu gestaltet werden.

Mit Blick auf die anfallenden Kosten bedeutete dies im Umkehrschluss, dass in Anbetracht der Nichterforderlichkeit einer eigenständigen Zuwegung, der Einbeziehung gegebener Gestaltungselemente sowie der Nutzung vorhandener Ressourcen, das projektierte Investitionsvolumen auf Euro 4.000 begrenzt werden konnte. Dieser Kostenansatz wurde nach Abschluss aller Maßnahmen eingehalten. Das überschaubare Investitionsvolumen in Verbindung mit der Möglichkeit der Generierung zusätzlicher Einnahmen, trägt maßgeblich zu einer Legitimation als auch Standortsicherheit des Friedhofes Darsberg bei.

„Jedes Leben ist einmalig. Ein Grab ist ein Denkmal in Würde - für den Menschen und das Leben.“

So lautet auch der Tenor der heutigen Veranstaltung. Es sind Begriffe wie Leben, Einmaligkeit, Würde, Tod, die am Anfang aller Überlegungen zur Gestaltung des Baumfeldes zur Urnenbestattung Friedhof Darsberg diskutiert wurden. Letztlich ist es die Urkraft der Natur selbst, die diese Begriffe des Werdens, des Seins, aber auch der Vergänglichkeit, am trefflichsten abbildet.

Folgerichtig bildet daher der vorhandene Baumbestand, und hiervon abgeleitet die auch im christlichen Glauben eine hervorgehobene Rolle spielende Zahl 3, die Grundlage der Gestaltung. Denn es sind 3 - und genau 3 Linden - die im Jahre 2006 in Darsberger Eigenleistung auf dem Friedhof gepflanzt wurden. Sinnbildhaft für die Heilige Dreifaltigkeit. Sie sind es, die dem Baumfeld zur Urnenbestattung Friedhof Darsberg auch seinen Namen verleihen.

Die Zahl 3 bestimmt zugleich die Struktur als auch Aufteilung des Baumfeldes selbst. Einerseits sind es die beiden Grabfelder, das hintere und das vordere. Ergänzt werden die Grabfelder durch einen Bereich der Information in Gestalt der Sandsteinstele mit den Namensschildern der vor Ort Bestatteten, als auch einen Bereich der Kommunikation in Form der vorgehaltenen Sitzgelegenheit. Leben und Tod. Tod und Leben. Zwei Seiten einer Medaille, die sich gegenseitig bedingen und hier in trefflicher Weise vereint sind.

Eine weitere Ebene, auf der sich die Zahl 3 wiederspiegelt, ist die Ausgestaltung der Sandsteinstele wie auch ihres Aufstellungsortes. Der Standort ist gestaltet in Form eines Fisches. Ein im Zuge der Verfolgung, hier der Christen, abgeleitetes Symbol des Glaubens. Die Sandsteinstele selbst verkörpert das Leben. Ihre Standhaftigkeit steht für die Bewältigung der an das Leben, und somit an uns Alle, immerfort gestellten Herausforderungen. Gekrönt wird die Sandsteinstele durch eine Taube als Ausdruck der Hoffnung. Hoffnung auf das ewige Leben, aber auch Frieden unter den Menschen.

Auch an anderer Stelle findet sich die Zahl 3 in der Gestaltung wieder. So sind es drei Sitzbänke, welche auf dem Vorplatz zum Friedhof eine Möglichkeit der inneren Einkehr gestatten. Auch der neu gestaltete Bereich um das Ehrenmal vor der Trauerhalle ist mit 3 Rosenstöcken bepflanzt. Selbst das Ehrenmal bildet mit den beiden Sandsteinblöcken eine dreier Einheit.

Hier, wie auch bei der Gestaltung des Baumfeldes zur Urnenbestattung Friedhof Darsberg. Unabhängig von Raum und Zeit spiegelt sich der immerfort seine Gültigkeit behaltende Grundsatz wieder: Das Leben, gegründet auf den Glauben, in der Hoffnung auf Frieden und das ewige Leben.

Schließen möchte ich meine Ausführungen daher mit der Bibelstelle 1. Korinther, Kapitel 13, auch besser bekannt als: „Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe. Doch am größten unter Ihnen ist die Liebe.“ Als Sinnbild für das Leben.

 

Bürgermeister Pfeifer (Worte des Dankes):

Meine sehr geehrten Damen und Herren, das Baumfeld zur Urnenbestattung auf dem Friedhof in Darsberg ist nun offiziell eingeweiht. So ist es an der Zeit, Danke zu sagen!

Danke, an das Projektteam, ohne das wir uns heute nicht getroffen hätten: Herrn Ralf Edelmann, den Herren Stefan und Klaus Rolke, Herrn Roland von Petersdorff-Hagendorn, Frau Gisela Kunz sowie Herrn Kurt Weber.

Danke, an alle politischen Gremien, für Ihre Beschlüsse!

Danke, an alle, die heute an dieser Veranstaltung mitgewirkt haben: Frau Gisela Kunz für die Technik, dem Projektchor Darsberg, Herrn Ortsvorsteher a.D. Ralf Edelmann, Herrn Pfarrer Norbert Feick, Herrn Diakon Dieter Klement, Herrn Vorsteher Heinz-Bernd Gramlich sowie Herrn Ortsvorsteher Holger Ludwig, der jetzt zu Ihnen sprechen wird.

(Veröffentlicht im Mitteilungsblatt der Stadt Neckarsteinach, Ausgabe 49 vom 8. Dezember 2016; Bilder: Stadt Neckarsteinach)